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Des Kaisers neue Kleider

6 Min.Für 3–8 Jahre
Des Kaisers neue Kleider
6 Min.

Worum es in der Geschichte geht

Ein Kaiser, der neue Kleider über alles liebt, bestellt bei zwei Webern einen Zauberanzug. Nur kluge Leute könnten ihn sehen, heißt es. Alle tun so, als bewunderten sie ihn, bis ein ehrliches Mädchen sagt, was es sieht, und die ganze Stadt freundlich lacht.

Vor langer, langer Zeit lebte in einer Stadt mit roten Dächern, am kalten blauen Meer, ein Kaiser, der neue Kleider über alles liebte. Er hatte für jede Stunde des Tages einen Mantel. Einen Mantel zum Frühstück und einen Mantel zum Mittagessen. Und er hatte sogar einen Mantel nur zum Aus-dem-Fenster-Schauen. Wenn die Leute fragten: "Wo ist denn der Kaiser?", dann gab es immer dieselbe Antwort: "Er ist im Ankleidezimmer und probiert einen Mantel an!"

Eines Morgens kamen zwei Fremde zum Schlosstor. "Wir sind Weber", sagten sie und verbeugten sich ganz tief. "Wir weben den allerfeinsten Stoff der Welt. Und es ist ein Zauberstoff! Wer dumm ist oder seine Arbeit nicht gut macht, kann ihn gar nicht sehen." "Ein Zauberstoff!", rief der Kaiser. "Macht mir sofort einen Anzug daraus!" Er gab ihnen Seide und goldenen Faden. Die beiden steckten alles heimlich in ihre Taschen und setzten sich an einen leeren Webstuhl.

Klipp-klapp, machte der leere Webstuhl. Klipp-klapp, klipp-klapp. Die Weber webten den ganzen Tag, und dabei webten sie gar nichts. Bald schickte der Kaiser seinen ältesten Minister, um nachzusehen. Der alte Mann setzte seine Brille auf. Er schaute auf den Webstuhl. Er schaute noch einmal hin. "Ach du meine Güte", dachte er. "Ich sehe nichts! Bin ich etwa dumm? Das darf niemand erfahren!" Also lächelte er und nickte. "Was für schöne Farben", sagte er. Und klipp-klapp, machte der leere Webstuhl.

Endlich kam der Kaiser selbst, um es zu sehen. Alle seine Herren und Damen folgten ihm. "Ist das nicht wunderschön?", fragten die Weber und hielten ihre leeren Hände hoch. Der Kaiser starrte. Er sah keinen Stoff. Er sah keinen Faden. "Ach du meine Güte", dachte er. "Bin ich etwa dumm? Ich bin doch der Kaiser! Das darf niemand erfahren!" Also lächelte er. "Wunderschön!", sagte er. "Wunderschön!", sagten die Herren. "Wunderschön!", sagten die Damen. Und kein Einziger von ihnen sah auch nur das Geringste.

Die ganze Nacht schnippelten die Weber mit ihren Scheren in die Luft. Schnipp, schnapp, sie schnitten nichts. Stich, stich, sie nähten nichts. Am Morgen hoben sie die Arme, als hielten sie etwas ganz Leichtes. "Hier ist die Hose. Hier ist der Mantel. Ihr werdet es kaum spüren!" Der Kaiser zog seinen blauen Samt aus und stand in seiner langen Wollunterwäsche da. Die Weber zogen ihm nichts an, Knopf für Knopf. Dann verbeugten sie sich, schlichen auf Zehenspitzen zur Hintertür hinaus und liefen über den Hügel davon.

Hinaus in den Sonnenschein schritt der Kaiser, das Kinn hoch erhoben und die Krone auf dem Kopf. Die Trommeln machten Rum-ta-tum, rum-ta-tum. Die ganze Stadt stand da und schaute zu. Alle hatten vom Zauberstoff gehört, und niemand wollte dumm aussehen. "Was für ein Mantel!", riefen sie. "Was für ein langer, schöner Umhang!" Jeder sah den Nächsten an, und jeder lächelte weiter. Rum-ta-tum, machten die Trommeln. Und noch immer wollte keiner der Erste sein, der etwas sagte.

Da erklang vorn in der Menge ein dünnes Stimmchen. Ein kleines Mädchen saß hoch oben auf den Schultern seines Vaters, und es schaute und schaute. "Aber er hat ja nur seine Unterhose an!", sagte es. Auf der Straße wurde es ganz still. "Hast du das gehört?", flüsterte der Vater. Das Flüstern lief die Straße entlang wie der Wind durch das Gras. "Nur seine Unterhose. Nur seine Unterhose!" Der Kaiser schaute an sich hinunter. Da waren seine kleinen Holzknöpfe. Da waren seine eigenen zwei Knie.

Seine Wangen wurden rosa. Dann fingen seine Schultern an zu wackeln. "Ho, ho, ho!", lachte der Kaiser. "Tatsächlich, so ist es!" Und die ganze Stadt lachte mit ihm, lange und freundlich. Er verbeugte sich vor dem kleinen Mädchen. "Danke", sagte er. "Du hast mir die Wahrheit gesagt." Am Abend zog er sein altes gestreiftes Nachthemd an, das weiche mit dem Flicken am Ellbogen. Jeder konnte es sehen. Und es fühlte sich ringsum warm an. "Das", sagte er mit einem Gähnen, "ist der feinste Stoff der Welt." Gute Nacht.

Was wir daraus lernen können

Die Wahrheit zu sagen ist immer gut, auch wenn alle anderen schweigen.

Besonders geeignet für: Für 3–8 Jahre

Sanfter Humor, lustige Wiederholungen und ein warmes Ende machen sie zur gemütlichen Gutenachtgeschichte für Kinder von 3 bis 8 Jahren.

Woher diese Geschichte kommt

Keiserens nye Klæder (The Emperor's New Clothes) — Hans Christian Andersen, c. 1837. Von Lullaquill für die Schlafenszeit neu erzählt. Das ist unsere eigene Fassung eines gemeinfreien Märchens.

Machen Sie Ihr Kind zum Helden der Geschichte von heute Abend

Geben Sie in der Lullaquill-App den Namen Ihres Kindes und ein paar Lieblingsdinge ein. Daraus entsteht eine ruhige, sanfte Gutenachtgeschichte mit Ihrem Kind in der Hauptrolle – mit Bildern und einer beruhigenden Stimme.

Luna

Luna, ein kleines Häschen mit Schlafmütze, liest dir jeden Abend eine Geschichte vor.

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